SK-9 GmbH
Kompetenzzentrum
für Ausbildungen
und präventive Sprengstoffsuche
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Tages-Anzeiger/Berner Zeitung/Basler Zeitung von Jan Derrer
Die Angst vor Terror-
anschlägen hält Europa in
Atem. Bei der Suche nach
versteckten Sprengsätzen
sind Hunde unverzichtbar.
Newsnetz begleitete die
Sprengstoffspürhündin
Avanti beim Training.
Weihnachtszeit ist dieses Jahr auch die Zeit der Terrorwarnungen. Befürchtet
werden Anschläge auf Menschenansammlungen. Vor allem Weihnachtsmärkte
zählen zu den möglichen Anschlagszielen. In Deutschland werden deshalb von der
Bundespolizei Sprengstoffspürhunde eingesetzt. In der Schweiz sorgt eine kleine
Firma mit ihren Hunden für die Sicherheit von privaten Veranstaltungen.Irgendwo in
der eingeschneiten Luzerner Agglomeration an einem eiskalten Samstagnachmittag:
In der Werkhalle einer Kanalreinigungsfirma hantiert Mike Schönenberger mit
Sprengstoff. Eine Sprengstoffstange legt er auf die Ladefläche eines Transporters.
Dann versteckt er ein verschlossenes Glas mit Schwarzpulver in einem Garderoben-
kasten. Er will jedoch nichts in die Luft jagen. Im Gegenteil: Schönenberger will
Explosionen verhindern.
Der Berufsunteroffizier ist nebenberuflich als Einsatzleiter der Luzerner Firma SK-9
tätig. Die Firma sucht mit ihren Spürhunden in Sportstadien, bei Grossver-
anstaltungen, an Konzerten und bei privaten Veranstaltungen nach verstecktem
Sprengstoff. Die Hunde müssen deshalb regelmässig in verschiedenen
Umgebungen trainiert werden. Heute übt die Sprengstoffhundeführerin Barbara
Duss, die im Hauptberuf als Kauffrau arbeitet, mit ihrer Hündin Avanti. Avanti muss
den versteckten Sprengstoff finden.
Ein ermüdendes Spiel
Für Sprengstoffspürhündin Avanti ist das Schnüffeln nach Sprengstoff bloss ein
Spiel. Die deutsche Schäferhündin weiss nicht, dass ihre Nase Menschenleben
retten kann. Nach jedem Sprengstofffund darf sie zur Belohnung mit ihrem Lieblings-
spielzeug spielen. Deshalb macht sie sich ganz eifrig auf die Suche.
Sprengstoffhundeführerin Barbara Duss weist ihr mit der Hand die Suchzonen zu:
«Es gibt die Freisuche, dort sucht der Hund selbständig. Und es gibt die Feinsuche.
Bei der Feinsuche führt man den Hund mit der Hand. Die Feinsuche kommt vor
allem bei Fahrzeugen zum Einsatz.» Die Unbeschwertheit von Avanti täuscht
jedoch: «Es ist anstrengende Arbeit für die Hunde. Nach ungefähr 20 Minuten
brauchen die Hunde eine Pause.»
«Polizeihunde kommen nur bei Sprengstoffalarm zum Einsatz. Wir sind präventiv
tätig», erklärt SK-9-Geschäftsführer Rudolf Muggli. Seine Firma bietet nicht nur die
Suche nach Sprengstoff an, sondern bildet auch Sprengstoffspürhundeführer aus
und führt Spürhundetrainings durch. «Bei Attentaten, wie kürzlich in Stockholm,
schnellen die Zugriffszahlen für unsere Webseite jeweils in die Höhe.» Noch sei die
Nachfrage jedoch zu gering, um davon leben zu können.
Ein tragischer Verkehrsunfall führt zur Geschäftsgründung
Auf die Idee, Sprengstoffspürhunde auszubilden kam Rudolf Muggli vor sieben
Jahren nach einem unverschuldeten schweren Verkehrsunfall. Nach dem Unfall
konnte er nicht mehr als Lokführer arbeiten. Der Hundeliebhaber entschloss sich
deshalb, mit Sprengstoffspürhunden zu arbeiten. Denn bei dieser Tätigkeit sei für
ihn die körperliche Belastung relativ klein und die Beschäftigung lässt ihn seine
Schmerzen vergessen. (Tages Anzeiger/Baz/Bernerzeitung.ch/Newsnetz)
http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Feine-Nase-im-Kampf-gegen-
Terroristen/story/13530068